Mobile Jugendsozialarbeit
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Idee |
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Mitte der Neunziger Jahre nahm die Diskussion um die sogenannten Straßenkinder auch in Dresden immer mehr Raum in Gremien, AGs und Einrichtungen ein. Kinder und Jugendliche wurden vermehrt an öffentlichen Plätzen mit verschiedensten Verhaltensauffälligkeiten und Mehrbedarfslagen wahrgenommen. So entstand die Idee, einen Verein zu gründen, der sich gezielt mit dieser Thematik auseinandersetzt und diese Versorgungslücke in der Stadt schließt.
Mit der mobilen Anlaufstelle JUMBO und der aufsuchenden Arbeit in verschiedenen Stadtteilen von Dresden bietet sich das Team, bestehend aus Hauptamtlichen, Ehrenamtlichen, PraktikantInnen und Freiwilligen, Mädchen und Jungen als Ansprechpartner für jugendspezifische und alltagsrelevante Themen an.
Die Gesetzliche Arbeitsgrundlagen sind § 11 und § 13 SGB VIII.
Der Begriff „Treber“ bedeutet soviel wie „die, die getrieben werden“, „sich herumtreiben“ bzw. „die, die getreten werden“ und wird heute in der Arbeit im metaphorischen Zusammenhang verwendet.
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Zielgruppe |
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Die Angebote des Busprojektes JUMBO richten sich grundsätzlich an alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsene bis 27 Jahren (§ 7 SGB VIII), die ihre Freizeit im öffentlichen Raum verbringen bzw. für die die Straße zum Lebensmittelpunkt geworden ist.
Der besondere Arbeitsschwerpunkt liegt jedoch bei jungen Menschen, die
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lange Jugendhilfekarrieren aufweisen.
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Schulbummler bzw. –verweigerer sind.
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aufgrund ihrer bisherigen Lebenserfahrungen nur wenig Vertrauen zu Erwachsenen haben.
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mit Gewalterfahrungen im sozialen Umfeld konfrontiert sind.
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durch aggressive, delinquente und/oder distanzlose Verhaltensweisen auffallen.
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depressives und auf Rückzug orientiertes Verhalten zeigen.
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Drogen gebrauchen.
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Mißhandlungs- und Missbrauchserfahrungen gemacht haben bzw. machen.
In der Arbeit begegnen uns aber auch Cliquen,
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vor allem „Lückekinder“, die für Kinderangebote zu alt und für Jugendangebote zu jung sind
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die nach mehr adäquaten Freizeitmöglichkeiten suchen.
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die im öffentlichen Raum durch ihre große Anzahl und ihr Verhalten auffallen.
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die aus öffentlichen Räumen vertrieben und kriminalisiert werden.
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die durch illegale Tätigkeiten auffallen.
Wir verwenden auch aufgrund der Vielfalt unserer Klientel und deren Lebenssituationen den Fachbegriff „Kinder und Jugendliche in besonderen Problem- und Lebenslagen“ (Vgl. Gesamtkonzeption, 2001, S. 6ff.).
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"Junge Menschen in besonderen Lebenslagen" |
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“Der Ausdruck ist griffig. Er scheint die Problematik der Kinder, die unter Bedingungen extremer Armut aufwachsen, ohne Umschweife auf den wesentlichen Punkt zu bringen: auf der Straße kulminiert das Elend und das Verderben. Aus heutiger europäischer Sicht ist das Straßenkind die Verneinung der Kindheit, Wiederauferstehung eines Menetekels, das in Europa als endgültig überwunden gilt und dem nun unser uneingeschränktes Mitleid zuteil werden kann.” (Manfred Liebel 1994 “Wir sind die Gegenwart”, S. 13)
Die AG “Junge Menschen in besonderen Problemlagen” in Dresden versteht unter sog. Straßenkinder - so vielfältig und different sich die Lebenssituation der Betroffenen darstellt - eine prozesshaft miteinander verwobene Abkehr von originären Sozialisationsinstanzen, also von Elternhaus bzw. Schule oder Ausbildung. Demnach gibt es Kinder, Kids und Jugendliche die total aussteigen und solche die ihren Lebensmittelpunkt auf die Straße bzw. in den öffentlichen Raum verlagert haben. Mit anderen Worten sie verbringen den größten Teil ihrer Zeit auf der Straße und kehren noch in ihr Elternhaus zurück. Diese Mädchen und Jungen kommen meist aus sozial schwachen Familien, wurden vernachlässigt bzw. sind mit Schulproblemen belastet.
Der Begriff „Feld-Straße“ umfasst öffentliche Plätze, besetzte Häuser/Wohnungen, Wohnungen von „Kumpels“, Bekannten sowie sozialpädagogische Räume (vgl. Resümee der Diskussion zur Begrifflichkeit “Straßenkinder”, AG 19. Juli 1997, S. 1.).
Unser Verein will TreberInnen, den „getretenen“ und den „herum-treibenden“ jungen Menschen, Begleitung und Beratung anbieten. Dies scheint eine schier unlösbare Aufgabe, deshalb suchen wir die Zusammenarbeit mit verschiedenen freien und öffentlichen Trägern der Jugendhilfe. Wir verwenden den Begriff der TreberInnen, um auf die Problematisierung des Begriffes der sog. Straßenkinder aufmerksam zu machen und um auf die differenten und vielfältigen Lebensumstände dieser jungen Menschen einzugehen. Wir arbeiten mit „jungen Menschen in besonderen Lebens- bzw. Problemlagen“. Wir entwickeln ständig Angebote der Prävention und Partizipation und bieten diese der Jugendhilfe an.
Bei der TREBERHILFE DRESDEN e.V. wird unser offenes und mobiles Freizeit- und Begleitungsangebot - Busprojekt JUMBO - abhängig vom Standplatz von Kindern, Kids und Jugendlichen des Stadtteils sowie aus anderen Stadtteilen aufgesucht.
Hierbei handelt es sich z.B., um
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Kinder und Jugendliche, denen unser Bus gefällt und gerne Freizeit-, Spiel- und somit die Beziehungsangebote annehmen und suchen sowie unsere Beratung und Unterstützung benötigen;
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unterschiedlich orientierte Kidscliquen, für die oft ein adäquates Angebot im Stadtteil fehlt;
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Schulbummler, Schulverweigerer;
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wohnungslose Mädchen und Jungen;
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AusreißerInnen sowie
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Jugendliche mit langen Jugendhilfeerfahrungen.
JUMBO ist also ein Angebot für jeden - außer für Erwachsene.
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Ziele |
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Ziel des Busprojektes JUMBO ist es, „eine präventive Kinder- und Jugendarbeit zu leisten und jungen Menschen in besonderen Problem- und Lebenslagen Begleitung, Beratung und Unterstützung anzubieten. Gefährdeten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, wie Obdachlosen, von Obdachlosigkeit bedrohten, Drogenkonsumierenden bzw. Ausgegrenzten soll auf der Ebene ihrer Situation und Betroffenheit begegnet werden. Hierbei sollen Brücken zu Erziehungsberechtigten und Hilfeeinrichtungen gefunden werden“ (Satzung Dez. 2001, S. 1, § 2). |
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Beratung von jungen Menschen & Mobiler Jugendtreff |
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Junge Menschen können am Bus ihre Grundbedürfnisse nach Essen, Trinken und Schutz bzw. Sicherheit stillen. Der Bus JUMBO bietet dafür einen besonderen Aufenthaltsort, da er mit den dafür notwendigen Räumen und Materialien ausgestattet ist.
In Gesprächen, spielerischen Formen, freizeitpädagogischen und erlebnisorientierten Angeboten sollen Mädchen und Jungen ihre Ressourcen, Fähigkeiten und Talente entdecken und erweitern, damit das Selbstbewußtsein gestärkt, sowohl motorische als auch psychische Entwicklungsprozesse intensiviert sowie Gruppenaktivitäten angeregt werden.
Gemeinsame Aktivitäten haben zudem das Ziel soziales Verhalten, Interaktion und Kommunikation zu trainieren und freundschaftliches und solidarisches Miteinander zu fördern. |
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